Gedämpfte Gefühle

Veröffentlicht auf von Der Autorrr

Heute ist es soweit, ein Tag, auf den ich schon die ganze Woche warte, dem ich mit Aggressionen im Bauch entgegengefiebert habe. Aggressionen entstehen in mir immer dann - und das wird bei anderen nicht anders sein - wenn ich das Gefühl habe, an meiner Situation nichts ändern zu können.
Heute werde ich wieder in meine alte Heimat fliegen, ein Wochenendbesuch. Und ich werde meine Freundin besuchen. Bei diesen Worten bin ich leicht am Grübeln, denn wir kennen uns kaum, verstehen uns gut, sind seit dem 13.9. "offiziell" ein Paar, wobei ich wohl die einzige bin, die das auch dem Freundeskreis mitgeteilt hat.
Jedenfalls sollte ich mich ja ... freuen? Ich freue mich auch, aber ich kenne mich. Normalerweise würde ich mich mehr freuen. Und nicht arbeiten können. Oder mich sonst auf etwas anderes konzentrieren. Aber meine Gefühle scheinen gedämpft zu sein. Ich finde das komisch und auch irgendwie schade. Denn ich würde mich sehr gerne freuen. Vielleicht ist es nach der Scheiße mit der anderen Person vor meiner jetzigen Freundin auch das, was man als "gebranntes Kind" bezeichnen würde. Diese Person hat einiges in mir kaputt gemacht, sehr sehr sehr an meinem Lebensfundament gerüttelt, es sogar umgeworfen und ich musste mich mehr als einmal wieder aufrappeln und danke hiermit allen, allen meinen Freunden und Bekannten für ihre Engelsgeduld mit mir und meinem Leben, das ich ihnen wochen-, nein monatelang ans Ohr gebrabbelt habe. Ich würde das jederzeit auch für Euch tun!
Ich... ja, ich fühle mich wie ein gebranntes Kind, ich habe Ängste, die ich aber nicht mal überspiele, sondern eher... unterdrücke. Bzw. unterdrücke ich Erwartungen und Hoffnungen und Gefühle und Erinnerungen sogar. Einfach, um nicht wieder so schnell verletzt und kaputt gemacht zu werden.
Wer jetzt sagt, dass zu sowas immer 2 gehören: Ja. Ich habe den Scheiß schließlich mit mir machen lassen. Aber ich bin nun mal ein liebender, naiver und gutmütiger Mensch. Und anfällig für Personen wie diese. Und jetzt, mit meiner neuen Freundin, ist auch sie mit beteiligt an diesen gedämpften Gefühlen, denn sie scheint nicht recht ausdrücken zu können, was sie fühlt. Vielleicht ist das auch ganz gut so. Sie ist gut, so wie sie ist und in der kurzen Zeit hat sie sich schon ziemlich geöffnet. Diese Entwicklung ist es, die wichtig ist. Nicht der Zustand des Jetzt. Wenn wir zusammen sind, ist es fast immer wunderbar, außer sie hat ihre sarkastisch-ironische kurze Phase, in der ich, ganz ehrlich, sehr ... "beeindruckt" bin... In der ich mich sehr schwach und klein fühle, es aber um Gottes Wlllen nicht zeigen mag. Noch nicht. Nicht, solange ich ihr noch nicht vertrauen kann.

Es ist schlimm, dass neue Beziehungen den Scheiß aufarbeiten müssen, den ihre Vorgänger hinterlassen haben. Aber ich möchte fair sein und bin es, so gut ich kann, lasse mich, so gut ich kann, auf dieses neue ein, dem ich definitiv Chancen geben will. Denn diese Frau ist wirklich anders und sehr interessant. Und die Tatsache, dass ich mich sehr wohl bei ihr fühle, ohne Ängste, gibt mir ein gutes Gefühl.

Wie ich mich heute abend fühlen werde? Ich weiß es noch nicht. Aber ich hoffe, wir werden ein schönes Wochenende miteinander verbringen.
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Veröffentlicht in Gedanken

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