2 Monate Citalopram und ein herber Rückschlag

Veröffentlicht auf von Der Autorrr

Heute ist der 60. Tag, an dem ich Citalopram nehme. Vor einem Monat habe ich, gegen meine Akne, noch die Pille verschrieben bekommen. Ihre Nebenwirkungen sind dicke, empfindliche Hupen (Brüste) und Wassereinlagerungen. Meine Akne wurde bislang aber noch nicht besser. Jetzt ist erstmal eine Woche Pause.

Vom Citalopram merke ich keine NW mehr. Ich fühle mich gut eingestellt und habe immer öfter das Gefühl, dass ICH es bin, die da reagiert, die Situationen bewerkstelligt, oder aber, dass mein Gehirn neue Verhaltensweisen / Reaktionsweisen lernt. Allerdings empfinde ich mich selbst als recht kühl, oberflächlich und schwer zugänglich. Es gibt, auch von meinen langjährigen Freunden, nur sehr sehr wenige, denen ich mich emotional öffne, die ich "reinlasse". ICh habe große Angst (die recht stark versteckt ist und die ich kaum bemerke), verletzt zu werden. Früher war es so, dass ich neue Leute kennengelernt habe und alles mit mir habe machen lassen, aber nie das Gefühl hatte, verletzt zu werden. Entweder die Welt hat sich geändert oder ich bin inzwischen sehr krass drauf und lasse wirklich nichts mehr an mich heran, sträube jeden weg von mir mit der Ansicht, er/sie sei es nicht wert, von mir mehr Beachtung geschenkt zu bekommen.

Früher war es anders. Früher habe ich mich auch wohler gefühlt. Aber früher war ich auch in einer stabilen Beziehung und einem stabilen Freundeskreis fest verankert. Ich merke zunehmends, wie sehr mich diese duale Ausbildung mit dem heftigen Wechsel Berlin-Stuttgart entrissen hat. Aus meinem sicheren Hafen. Und ich mehre zunehmends, dass ich nie in mir selbst diesen Hafen, diesen Anker hatte. Ich bin aber davon überzeugt, dass das notwendig ist.

Mein Rückschlag hat sich schon die Woche über abgezeichnet. Meine Ex, also Mitbewohnerin, war nach meiner einwöchigen Reise recht nett zu mir und kaum KRatzbürste. Ich dachte erst, es hat mit dem kurzzeitigen Abstand zu tun, aber als sie dann mehrere Tag in Folge erst um 6 Uhr morgens heim kam und ich jedesmal davon wach wurde, wurde mir klar, dass ihre sozialen Kontakte an Intensität gewonnen haben mussten. Ich habe sie direkt gefragt, ob sie jemand neues hat. Sie wollte nicht darüber reden, also hab ich nicht locker gelassen. Seit gestern weiß ich, dass sich bei ihr etwas neues anbahnt. Und zwar mit einer Frau, mit der ich selbst noch vor 1 Monat regen Kontakt hatte, die mich aber beim ersten realen Treffen fast nicht mal mit dem Arsch angeschaut hat. Für mich war die Sache dann gegessen. Dass sie jetzt aber in das Leben meiner Ex tritt... Das finde ich assi, denn sie ist sich dessen bewusst.

Es ist nicht so, dass ich meine Ex zurück will. Es ist aber so, dass ich so viel Mühe in die Beziehung gesteckt habe, um sie zu erhalten, dass es "funktioniert", dass wir uns glücklich machen. Die Vorstellung, dass sie jemand anderes glücklich machen kann und dass jemand anderes, den ich auch noch nicht besonders toll finde, sie glücklich macht, das macht mir zu schaffen. Vor allem, weil sie wirklich nicht der offene Typ ist. Sie schafft es vor mir. Ich weiß, das ist kindisch, aber eben mein Empfinden: Sie schafft es vor mir, das finde ich so unfair.

Ich habe gestern geweint und wir haben geredet, sie war verständnisvoll, aber die Nacht konnte ich nicht in unserer Wohnung verbringen. Ich bin zu einer Freundin gefahren und habe dort sogar durchgeschlafen.

Es kotzt mich wirklich an. Mich kotzt so viel an. Und gestern beim Einschlafen habe ich einigen Menschen vor meinem inneren Auge so sehr die Visage vermöbelt (was ich real nicht tun würde)! Ich merke, dass ich vieles geschluckt habe und das schon seit einiger Zeit. Ich kann mich sogar daran erinnern, wann das angefangen hat. Und das ist knappe 4 Jahre her. Viel Energie, die sich anstaut und bald mal heraus muss.

Ich habe darüber nachgedacht, wie ich, einigermaßen gesellschaftsverträglich, meine Energie in Form von Wut rauslassen kann, denn das ist die Methode, die mir bisher am meisten gebracht hat. Die ich früher auch zeigen konnte, ohne sofort verurteilt zu werden - bis zu einem bestimmten Punkt, an dem ich es nicht mehr durfte und von da an verschwand mein Selbstbewusstsein und die Anpassung lähmte mich. Ich habe also Möglichkeiten in meinem Kopf durchgedacht, wie ich diese Wut sofort in körperliche Energie umwandeln kann: Ich werde mir einen großen Vorschlaghammer und einen großen, harten Stein besorgen, mit beidem in den Wald in die Nähe einer Autobahn fahren und drauf einschlagen, bis ich nicht mehr kann und dabei schreien so laut es geht. All diese Wut, diese Enttäuschung, diese Trauer, diesen Hass und dieses Ohnmachtsgefühl, die Unfairness, die Energie herausbrüllen!!! Ich brauche das! Ich kann das im Training nicht herauslassen und auch nicht durch Gespräche lösen, ich muss meinen Körper einsetzen gegen etwas, das niemandem außer mir gehört, das mir keinen Kummer macht, wenn es zerstört ist, in einer räumlichen Umgebung, die niemanden stört, in der mich keiner sieht. Ich will ausrasten können! Ich will endlich wieder ausrasten!

Die Medis unterdrücken viel, aber das.... das bleibt und brodelt. Es muss raus, sonst wende ich mich gegen mich und dann sollte man mich einweisen.

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Veröffentlicht in Citalopram

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A
<br /> Gegen depression kann oft sehr gut eine Atlaskorrektur helfen<br /> <br /> <br />
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