Sertralin - Tag 2 - morgens

Veröffentlicht auf von Der Autorrr

Diese beschissenen Angstzustände gehen mir im Moment auf den Sack. Aber ich habe gerade wieder einen hinter mir. Eine Art Panikattacke... Währenddessen ist es unbeschreiblich, diese Machtlosigkeit. Erst durch die Umwandlung in Wut und das ohne es bewußt zu machen, konnte ich mich von diesem Angstzustand lösen.
Ich weiß, sie halten nicht lange an und besonders gegen Mittag hören sie komplett auf und auch dass sie mit der Zeit, also nach ein paar Tagen, ganz aufhören sollen, ist mir klar. Und dennoch ist es einfach schwer, das in dem Moment zu akzeptieren. Ich hasse Machtlosigkeit, ich hasse Ungerechtigkeit, denn beides ist miteinander verknüpft. Schon früher habe ich wild getobt, wenn ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe machtlos war. Heute ist es oft ein Unverständnis... Denn eine Macht besitzt der andere selten, wenn dann kann ich es abspalten und es unpersönlich nehmen und weiterleben. Aber wenn die Machtlosigkeit aus dem Inneren kommt, weil ich meine Situation nicht verstehe... Hier ist gemeint, dass sowohl der Kopf, als auch der Bauch im Einklang sind. Denn Körper und Seele sind eine Einheit. Nur wenn sie zusammen schwingen, ist man frei oder hat man das Gefühl von Freiheit.
Ich kann mich gerade nicht auf die Arbeit konzentrieren und bin froh, dass in meinem Unternehmen nicht so sehr auf die Finger geschaut wird. Meine Chefin ist derzeit nicht da und so kann ich unter weniger Zwang arbeiten und meine Pausen nehmen, wie ich sie brauche. Pausen, um die Gedanken rauszulassen, denn wenn ich sie nur mit mir selbst teile, komme ich zwar auf Lösungen... Manchmal... Aber ich habe das Bedürfnis, mich mitzuteilen. Schreiben ist dabei nicht die Optimallösung, aber immerhin schafft es eine Abhilfe.
Heute habe ich einen Termin bei einem Verhaltenstherapeuten, um zu schauen, ob diese Methode was für mich wäre. Ich vermisse gerade einen Menschen, der mich jahrelang hat halten können und den ich habe halten können. Und meine Moral sagt mir, dass ich diesen Menschen nicht mehr nehmen kann. Dass wir keine Einheit mehr sein können.
Gott, ich kann gerade echt nicht arbeiten, aber alleine sein, wäre jetzt verheerend! Ich hoffe, dass diese Auswirkungen der Medis bald abflauen, denn ich nehme sie ja, um arbeits- und gesellschaftsfähiger zu werden, zumindest, bis ich eine Thera gefunden habe oder sonst etwas, was mich aus dieser Obsession wieder herauszieht.
Wissen... Wissen ist was echt beschissenes... Ich wäre manchmal so gerne dumm!
Um die Mittagszeit hört das wieder auf, das weiß ich... Das sind die Medis. Und insgesamt wird es besser. Geduld... Geduld...
Werbung

Veröffentlicht in Sertralin

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post