Sertralin - Tag 3 - Rückblick

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Nebenwirkungen heute: (macht irgendwie Spaß)... Gähnen, Müdigkeit (habe zwischendrin 20 Minuten fest geschlafen am Nachmittag und abends 3 Stunden), Hyperaktivität, leichte Aggressionsschübe, Leere und Unsicherheit (führe ich darauf zurück, dass mir die Menschen um mich herum zu viel wurden, hoffe, das stellt sich wieder ein!!! Denn es war echt nicht zu viel), Niesen, Blähungen, abartige Lust auf Süßes, beseelte Freude.
Insgesamt war heute alles wesentlich abgeflachter als die Tage davor. Gerade solche schlimmen Sachen wie die Angstzustände an Tag 1 sind wesentlich leichter und auch die Aggression hält sich langsam in Grenzen. Ich bin jedesmal froh, wenn ich abends oder auch teilweise am Vor- / Nachmittag das Gefühl habe, ganz bei mir zu sein, ohne dass ich die Wirkung bemerke. Habe heute auch mit meinem Arzt gesprochen, er meinte, dass sich das einstellt und dass die Dosis ggf. noch verringert werden kann, aber ich behalte sie mal bei.
Heute hatte ich eine Präsentation zu führen und das Schöne war, dass ich extrem ruhig und gelassen an die Sache herangehen konnte und wirklich die Sache und nicht mich präsentiert habe. Selbstverständlich habe ich mich dabei als sehr ruhigen und freundlichen Menschen präsentiert, aber mehr passiv als sonst. Ich wars einfach. Und das muss ich sagen, ist doch sehr genial :)
Ich denke, wer in sich selbst ruhig und sicher ist, kennt das Gefühl. Ich kenne es auch, wenn ich normal mit Menschen interagiere, bei denen ich mich sicher fühle oder auch bei Präsentationen, die mir nicht viel Unsicherheit bringen können. Es war sehr angenehm und hat, denke ich, allen Beteiligten viel gebracht.
Was mich heute aber echt gestört hat, war die extreme Müdigkeit, bzw. das Gähnen. Mein Hals tut schon teilweise weh, ich habe auch das Gefühl, dass mir vieles heute egal ist. Dann muss ich mich kurz besinnen und mir wird gottseidank klar, dass es mir nicht egal ist, nur lediglich im Moment nicht so wichtig.
Schön auch die Erfahrung, dass ich eine nicht von mir hervorgerufene, also fast unkontrollierbare Situation, die mich in den vergangenen Monaten (und Jahren) aus der Bahn geworfen hätte, im Griff hatte und mir sagen konnte (Auch wenn es schwer fiel): Morgen. Nicht heut, sondern morgen reagieren. Ich habe mir für solche Situationen (die es glücklicherweise erlauben, später zu reagieren) - oh, gerade im Moment verliere ich mich in dem Gedanken, dass ich verrückt bin... und eine Obsession entwickle... Das gefällt mir nicht. Bleiben wir bei der Sache. Oh mann... - vorgenommen, sie erst einen halben Tag später anzugehen. Sie gleich registrieren und schauen, was es mit mir macht und dann abwarten. Geduld, Geduld.
Ich bin stolz auf meine Leistung. Dass ich nun ein paar Situationen gut gemeistert habe. Ich muss weiter üben, ja. Aber ich will es.
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