10. Tag Citalopram - langsam wirds normal

Veröffentlicht auf von Der Autorrr

Ich fühle mich heute gut - obwohl ich einen ziemlichen Leistungsdruck habe: Schule, Arbeit, soziales Engagement. Aber ich habe viel mit netten Leuten gemacht und gemerkt, dass mir das wirklich gerade gut tut, dass ich sogar die meiste Zeit meinen Kopf frei bekomme und es genießen kann, mit diesen Menschen rumzuhängen. Sie geben mir ein gutes Gefühl und ich fühle mich ähnlich wie früher in der Zeit, der ich so nachhänge. Gleichzeitig wächst in mir ein Wunsch nach krasser Veränderung, die aber nichts mit dem Hass und der Wut und Verzweiflung zu tun hat, wie der Wunsch, einfach weg (tot) zu sein. Sondern mit der Neugierde auf Leben und dem guten Gefühl bei dem Gedanken, etwas großes alleine geschafft zu haben. Ein Jahr Australien, eventuell sogar komplett auswandern. Das "Pflänzchen" ist noch sehr sehr klein und ich informiere mich gerade über Möglichkeiten... Aber ich finde es bemerkenswert, dass ich es nicht mehr kategorisch ablehne, aus dieser Stadt, diesem Land auszuziehen.

Ich konnte heute Nacht durchschlafen und fühle mich erholt! Gottseidank!!! Danke!!! Nach über einer Woche Schlafstörungen und Verkrampftheit bin ich mal wieder wach und recht gut drauf morgens. Allerdings kommt jetzt der Gedanke: Brauche ich wirklich eine Therapie? Heute habe ich einen Termin beim Neurologen, am Donnerstag ein Erstgespräch beim Psychothera und nächste Woche noch 3 Termine... Meine Seele heilt mit Aktivitäten, das ist meine heutige Vermutung. Ich werde sämtliche Termine wahrnehmen, das auf jeden Fall. Und ich werde ehrlich sein.

Jetzt muss ich es nur noch hinkriegen, meinen Pflichten nachzukommen. Zwei Prüfungen in den nächsten 2 Wochen, 2 Jobs... Dazu lange geplante Verabredungen. Der Druck ist irgendwie nicht besonders zu spüren.

Ich fühle mich ziemlich normal, habe auch kein sonderliches Hoch, es fühlt sich einfach gut an. Das Citalopram vertrage ich ziemlich gut, was ich noch merke ist die gemütliche Lethargie und die Darmproblemchen, wobei das echt geht. Bei Alkohol habe ich jetzt die Vermutung, dass mir übermäßiger Alkoholkonsum am nächsten Tag schlechte Laune macht, daher steige ich jetzt, wie schon einmal, auf alkoholfreies Bier um. Cola mag ich auf Parties nicht trinken. Und so hab ich weniger das Gefühl, nicht mitzumachen.

So, dann muss ich mich mal bald fertig machen für die Schule...

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