12. Tag Citalopram - die Welt scheint aufzugehen
Irgendwie fühle ich mich gut. Ich hätte es einfach nicht erwartet, dass es so schnell geht. Alles ist irgendwie heiterer und ich mache mir sehr viel weniger Gedanken und Sorgen. Vielmehr kann ich mich darauf freuen, dass etwas passiert. Egal was. Auch wenn es sowas ist wie "ich treffe meinen Schwarm, der eigentlich grad weniger mit mir zu tun haben will" - ich bin nicht böse oder verzweifelt. Ich kann mich sogar inzwischen wieder sehr gut konzentrieren, kann abends LESEN! Etwas, wobei zur Zeit meine Gedanken regelrecht sofort abschweifen. Aber ich kann an der Geschichte, der Schamane, dranbleiben, auch wenn sie mich nicht sonderlich interessiert.
Ich merke zwar, wie mich manche Sachen stören, merke, dass mich manche Leute oder Umstände nerven, aber es ist so viel weniger schlimm als noch vor ein paar Tagen! Das ist etwas beruhigend. Jedoch hat alles zwei Seiten und es beunruhigt mich, wenn ich daran denke, dass meine Psyche ohne Medis nicht auskommt? Das würde dann ja heißen, dass ich noch sehr lange diese Pillen nehmen müsste.
Gerade bin ich dabei, meinen Umgang mit Menschen dahingegehnd zu ändern, dass ich versuche, nichts von ihnen zu erwarten. Z. B. Wenn ich mich mit jemandem netter und öfter unterhalte und auch etwas flirte, dass ich nicht sofort wieder meine ganze Seele öffne. Sondern versuche, auch einfach so Zeit mit dieser Person zu genießen.
Ich bin außerdem am überlegen, wie viel Energie ich in bestimmte Menschen investiere, wie viel ich gebe und wieviel ich dafür zurückbekomme. So dass ich mich hingeben, aber nicht aufgeben kann.
Gestern abend habe ich wieder ein Bier getrunken, mit Alkohol. Ich glaube, es stört meinen Schlaf. Ich werde das weiter testen. Jetzt wird erstmal gelernt... Die Prüfungen warten nicht.