3. Tag Citalopram - im alltäglichen Umfeld
Da ich meine erste Dosis Citalopram am Samstag eingenommen habe, konnte ich bislang nicht erleben, wie es sich anfühlt, unter Leute zu gehen und zu "funktionieren". Nun ja, es war nicht gerade einfach. Vor allem sitze ich zur Zeit in einer weiterführenden Schule und muss echt aufpassen, weils ziemlich heavy ist, dranzubleiben. 3 aus dem Kurs sind schon am aufgeben, ich will nicht dazustoßen.
Es fiel mir sehr schwer, zuzuhören! Und ganz ähnlich, aber in abgeschwächter Form, traten die Erscheinungen wie beim Sertralin auf. Also Angstschübe, Zittern, Übelkeit, Mundtrockenheit, rasende Gedanken, schnelle Abwechslung von Angst, Verachtung und Selbstüberschätzung...
Ich nehme zur Zeit noch 10mg um mich an die Substanz zu gewöhnen. Ich würde so gerne komplett ohne auskommen. Wobei ich ja noch nichtmal weiß, ob ich mit den Medis auskomme... Ich merke, wie gut es mir tut, über vieles zu reden. Neulich in der Notfallambulanz (Psychiatrie) gings mir nach dem kurzen, professionellen Gespräch gleich besser. Und mit meinen Freunden habe ich auch gesprochen, wobei ich mich über mich selbst wundere, wie leicht es mir fiel, sie anzurufen. Damit hatte ich beim letzten Mal viel stärkere Probleme.
Heute hatte ich den Gedanken, liebessüchtig zu sein, da ich mich beim Autofahren wirklich wie auf Entzug gefühlt habe. Das war echt unangenehm... In mehrere Hinsicht... Der Stoff hat gefehlt und gleichzeitig habe ich mich dafür verachtet... wobei das Wort zu hart wäre. Und ich merke, wie verkrampft ich heute bin und wünsche mir das erste Mal in meinem Leben eine Badewanne. :)
Es gibt so viel zu tun in den nächsten Wochen. Ich muss meine Angst vor den kleinen Dingen verlieren und sie anpacken. Meine Ratio ist in diesem Moment recht stark, das Herz, der Bauch, was auch immer der Antagonist ist, schläft wohl. Aber es wehrt sich dennoch.
Ich werde weiter berichten... Mein Spruch für heute: Hilfe von Freunden darf man ruhig annehmen.